Anna Rüling & Fasia Jansen

ANNA RÜLING 1880-1953

Journalist Anna Rüling is considered the first known lesbian activist and was one of the first women in Germany to come out. Little is known about her life, which is surely a reflection of how little acknowledgement there was for lesbians’ contribution to the women’s movement of the 20th century.

Anna was born in 1880 as Theo Anna Sprüngli to a middle-class family in Hamburg. Growing up, she felt restricted  by her family’s pressure to marry – a man, of course. This experience later shaped her beliefs against forcing LGBT people into heterosexual marriages.

At the 1904 conference of the Scientific-Humanitarian Committee, Anna delivered a speech chastising the feminist movement for excluding lesbian concerns from its agenda. Though many lesbians were involved with the women’s movement, lesbian rights were not considered a feminist issue at the time. 

Despite Anna’s subversive words, women’s groups of the time still failed to take LGBT issues into concern. She went on to pen a collection of short stories centered on the lesbian experience in 1906, but is missing from historical record until her death in 1953. 

Anna was a pioneering woman who urged feminists to consider the rights of everyone who faced oppression because of their gender. Though her bravery was not recognized at the time, her groundbreaking outspokenness paved the way for LGBT activists everywhere.

DEUTSCH

Die Journalistin Anna Rüling ist wohl die erste bekannte lesbische Aktivistin und eine der ersten Frauen in Deutschland die sich outete. Leider ist nur wenig über ihr Leben bekannt –  eine Reflektion der geringen Anerkennung lesbischer Frauen und deren Mitwirkung an der Frauenbewegung im 20ten Jahrhundert.

Anna kam 1880 als Theo Anna Sprüngli in einer Mittelschichtfamilie in Hamburg zur Welt. In ihrer Jugend fühlte sie sich durch den familiären Druck dazu verpflichtet zu heiraten – natürlich einen Mann. Diese Erfahrung beeinflusste ihre spätere Sicht auf die Nötigung von LGBT-Menschen zu heterosexuellen Ehen.

Im Jahr 1904 hielt Anna eine Rede vor dem Wissenschaftlich humanitären Komitee, in der sie die feministische Bewegung dafür kritisierte, lesbische Anliegen und Sorgen aus ihrer Agenda auszuschließen. Obwohl so viele lesbische Frauen an der Frauenbewegung beteiligt waren, galten zu dieser Zeit die Rechte für Lesben nicht als feministische Problematik.

Trotz ihrer revolutionären Worte und Taten schafften es Frauengruppen noch nicht, die LGBT Aspekte in ihre Anliegen einzubinden. Im Jahr 1906 schrieb Anna an einer Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Fokus auf lesbische Erfahrungen weiter. Der Rest ihrer Geschichte bis zu ihrem Tod (†1953) fehlt dennoch in den historischen Aufzeichnungen.

Anna war eine wegweisende Frau, die Feminist*innen dazu aufforderte die Rechte jener zu beachten, die mit der Unterdrückung aufgrund ihres Geschlechts konfrontiert werden. Obwohl ihr Mut zu dieser Zeit nicht anerkannt wurde, ihre zukunftsweisende Offenheit ebnete überall den Weg für LGBT-Aktivist*innen.

FASIA JANSEN 1929-1997

Fasia Jansen’s music represents a feminist anthem for rebel women everywhere. Because she spent her childhood cast off by society because of her skin color, the peace activist and songwriter used her voice to uplift women who didn’t have one.

Fasia was born to a Liberian father and a German mother in a working-class home in Hamburg. Her father left the family when Fasia was young, leaving her to grow up as an illegitimate, black child in Nazi Germany. She was teased at school and even kicked out of her dance academy because her race – these experiences never left her.

In 1944, the National Socialist party required young girls to complete a year in a private German household, but prohibited Fasia because of her skin color. She was instead sent to work in the soup kitchen of Neuengamme concentration camp, where she served miserable meals to miserable women. There, 14-year-old Fasia witnessed the horrific treatment of the Jewish women at the camp: the prisoners were starved, beaten, and humiliated.

When the war ended, Fasia turned to music to help her cope with the brutality she had seen. She began playing the guitar and accordion for tourists, and soon joined a workers’ choir. This is where Fasia began to write political songs – motivated by the women’s suffering she had witnessed at Neuengamme. This political streak took her to marches, protests, and rallies, where she performed songs about peace.

It wasn’t long before the music industry discovered Fasia’s talents, offering her commercial success. Fasia renounced the offers, choosing instead to perform where she was needed. She wanted to use her music to tell the stories of oppressed women and advocate for peace, and demonstrations and union events were the place to do this.

Though Fasia’s peacemaking beliefs led her to initially stand against feminism, she soon realized that uplifting women didn’t have to mean tearing down men.

She quickly became involved in the international women’s movement. She performed at women’s marches, participated in hunger strikes, and wrote anthems dedicated to the women she was inspired by.

As Fasia’s commitment grew, so did her name. She embarked on a nationwide tour for education, peace, and disarmament in the ‘70s. Perhaps her most notable appearance was at the  1985 International Women’s Conference in Nairobi, where she earned the nickname “Rich Voice of Peace” because of her outspokenness against the war in Iraq and Iran. This sparked a second tour that expanded Fasia’s efforts across Europe and the United States, based on the slogan “The war does not have the face of women!”

Fasia inspired subversive women around the world by telling their stories of outcasts. Today, her music lasts as a soundtrack to peace and rebellion worldwide.

DEUTSCH

Fasia Jansen schaffte mit ihrer Musik einen feministischen Soundtrack für alle rebellischen Frauen. Als Kind musste sie – allein wegen ihrer Hautfarbe – mit der Ablehnung der Gesellschaft leben. Diese Erfahrung nutzte sie schließlich, um als Friedensaktivistin und Songwriterin den Frauen eine Stimme zu verleihen, die keine haben.

Fasia wurde in Hamburg, als Tochter eines liberianischen Vaters und einer deutschen Mutter aus der Arbeiterklasse, geboren. Ihr Vater verließ die Familie als Fasia noch jung war. So wuchs sie als uneheliches, schwarzes Kind in Nazi-Deutschland auf. In der Schule wurde sie gehänselt und sogar aus ihrer Tanzschule geworfen – alles nur wegen ihrer Abstammung. Diese Erfahrungen ließen sie niemals richtig los.

Im Jahr 1944 forderte die Nationalsozialistische Partei junge Frauen dazu auf, ein Jahr in einem privaten deutschen Haushalt zu arbeiten. Auch dies wurde Fasia nur wegen ihrer Hautfarbe untersagt. Stattdessen wurde sie direkt in die Armenküche des Konzentrationslagers Neuengamme geschickt, wo sie miserables Essen an bedürftige Frauen verteilte. Dort musste die gerade einmal 14-jährige Fasia die entsetzliche Behandlung jüdischer Frauen miterleben: Gefangene wurden gedemütigt, geschlagen und ausgehungert.

Als der Krieg endete, widmete Fasia ihr Leben der Musik, die ihr half die erlebte Gewalt und Brutalität zu verarbeiten. Sie fing an Gitarre und Akkordeon für Tourist*innen zu spielen, und schon bald trat sie einem Arbeiterchor bei. Motiviert durch den Leidensweg der Frauen aus Neuengamme, ist dies der Zeitpunkt an dem Fasia ihre ersten politischen Songs verfasste. Durch ihre politische Ader geleitet, sang sie Lieder über den Frieden auf Demonstrationen, Protesten und Kundgebungen.

Nach kurzer Zeit entdeckte die Musikindustrie Fasias Talente und lockte sie mit dem Versprechen von großem Erfolg. Fasia lehnte jedoch ab und entschied sich dort zu sein, wo sie wirklich gebraucht wurde – bei Demonstrationen und Gewerkschaftsveranstaltungen. Nur dort war es möglich, mit ihrer Musik die Geschichten der unterdrückten Frauen zu erzählen und sich für den Frieden einzusetzen.

Fasias starker Glauben an den Frieden führte dazu, dass sie sich anfangs gegen den Feminismus aussprach. Doch sie lernte schnell, dass die Gleichberechtigung von Frauen nicht die Unterdrückung der Männer bedeutet.

Bald schloss sie sich der internationalen Frauenbewegung an. Sie sang auf Frauenmärschen, nahm an Hungerstreiks teil und schrieb Hymnen auf die Frauen die sie inspirierten. 

Durch Fasias wachsendes Engagement, wurde ihr Name immer bekannter. In den 1970ern gab sie eine landesweite Tournee mit den Leitgedanken Bildung, Frieden und Abrüstung. Wahrscheinlich war ihr Auftritt im Jahr 1985 bei der Weltfrauenkonferenz in Nairobi der bemerkenswerteste. Hier bekam sie, aufgrund ihrer offenen und klaren Positionierung gegen den Krieg im Irak und im Iran, den Spitznamen „Rich Voice of Peace“. Dies bestärkte Fasia in ihren Bemühungen einer zweiten Tournee durch Europa und den Vereinigten Staaten – basierend auf dem Slogan „The war does not have the face of women!“ (deutsch: „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht!“)

Fasia inspirierte revolutionäre Frauen rund um die Welt – nur durch das Erzählen der Geschichten ausgestoßener Frauen. Bis heute wird ihre Musik weltweit als Soundtrack des Friedens und der Rebellion angesehen.

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